Der Säufer
Der harte Schnaps brennt — unmöglich, nicht besoffen zu werden.
Warum gehst du schwankend? Warum sind deine Emotionen immer am Anschlag? Warum siehst du alles doppelt? Weil das, was durch deine Adern fließt, kein Blut ist — es ist köstlicher Baijiu! Es ist chinesischer Schnaps! Es ist selbstgebrannter Fusel! Es ist der hochprozentige Reisschnaps aus Shaanxi! Oh, glorreicher Schnaps, jeder Tropfen brennt, jeder Tropfen kocht. Hast du dir schon angewöhnt, deine Thermosflasche mit Schnaps zu füllen und ihn wie Wasser zu trinken? Was für ein herrlicher Schnaps! Er macht dich am Esstisch zum Dauer-Redner mit großem Auftritt, und nachts um zwei zum Philosophen, der die Toilette umarmt; er lässt dich wie ein Nachtclub-Poet wirken, wie die unauslöschliche Flamme im Zentrum des Universums — bis am nächsten Vormittag um zehn dein Kopf sich anfühlt wie eine geknackte Walnuss, Essensreste am Mundwinkel kleben und deine Seele in einer Ecke kauert. Endlich verstehst du: Der, der gestern Abend tönend Reden schwang und auf den Tisch haute, ist offiziell ein Säufer geworden.